Kapelle Wondreb

Erbaut im 17. Jahrhundert

Die kleine schmucke Pfarrkapelle offenbart erst auf den zweiten Blick ihre Außergewöhnlichkeit. Neuen Erkenntnissen zufolge, stammt der Kern der Kapelle aus dem frühen 17. Jahrhundert, also dem Frühbarock. Und - sie ist eine der wenigen Kapellen, die der Säkularisation zum Anfang des 19. Jahrhunderts entgingen.

Im „Notizenbuch für die Pfarrei Wondreb“ findet sich ein Eintrag in lateinischer Sprache, den Pater Ludwig Klötzl, damals Pfarrvikar in Wondreb, im Jahr 1777 niederschrieb. Demnach erhielt eine Frau wegen einer widerrufenen Verlobung mit dem Wirt des Ortes, 10 Gulden. Mit diesem Geld und der Hilfe ihrer Nachbarn ließ sie die Kapelle erbauen. Um das kleine Gotteshaus in einem guten baulichen Zustand zu erhalten, stiftete sie weitere 10 Gulden.

Die Säkularisation überstand das Bauwerk durch glückliche Umstände. Pfarrvikar Klötzl verstand es, durch seine Argumentation die Anwendung der neuen Gesetze zur Schließung und Beseitigung „überflüssiger Kirchen und unkonsekrierter Kapellen, Bildstöcke und Kreuze“ abzuwenden.

Bei mehreren Renovierungen wurden über die Jahrhunderte an der Kapelle auch bauliche Veränderungen vorgenommen. So wurde u.a. bei der Renovierung im Jahr 1975 der Fußboden um einen Stufentritt von 15 cm tiefer gelegt. Im Rahmen dieser Bauarbeiten stellte sich heraus, dass der ursprüngliche Fußboden weitere 20 cm tiefer lag.
Bei den neuesten Sanierungsarbeiten 2017 wurden einige Veränderungen rückgebaut und das Bauwerk dem ursprünglichen Stil wieder angenähert.